Kühlgeräte-Recycling: Logistik unter Druck

Sensible Fracht: Kühlgeräte-Recycling fußt auf einer verlässlichen Logistik

Damit ein ausgedienter Kühlschrank verwertet werden kann, muss er pünktlich und sicher von der Sammelstelle zur Recyclinganlage befördert werdenDas ist keineswegs so trivial, wie es klingtDenn die Herausforderungen, mit denen die Transportwirtschaft kämpft, berühren zunehmend auch die Entsorgungsbranche.

 

16. Juli 2026
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on Redaktion Rekular

Wer an Recycling denkt, hat meist die Zerlege- und Sortierprozesse in der Verwertungsanlage vor Augen. Tatsächlich beginnt der Behandlungsweg ausgemusterter und defekter Kühlgeräte schon früher, nämlich an den kommunalen Wertstoffhöfen. Sobald dort ein Sammelcontainer die Füllgrenze erreicht und über das Portal der Stiftung EAR zur Abholung gemeldet wird, veranlasst Rekular, dass die Altgeräte ihrer Kunden zu einer Recyclinganlage befördert werden.

Langjährige Partnerschaften

„Wir selbst unterhalten keine eigene Logistikflotte, sondern arbeiten vor Ort in den Regionen mit unterschiedlichen Transportpartnern zusammen – und das oft schon über viele Jahre“, erklärt Bernd Alberts, der bei Rekular die Logistik und Auftragsabwicklung leitet. Unter Vertrag sind ausschließlich zertifizierte Fachbetriebe, die das Entsorgungsgut nach vorgeschriebenen Standards sammeln und transportieren.

Sorgfalt und besonderer Sachverstand sind gefragt, weil die Kühl- und Gefriergeräte umweltgefährdende Bestandteile wie Kältemittel und Öle enthalten. Als sogenannte Wärmeüberträger zählen sie zur Sammelgruppe 1 gemäß Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), das in Deutschland die Herstellerverantwortung und Entsorgung von Elektroaltgeräten regelt.

Subunternehmer am Limit

Für die Abholung der Altgeräte durch die Transportpartner gelten ab Meldung jeweils feste Fristen. „Und natürlich setzen wir alles daran, sie einzuhalten. Pünktlich und professionell zu sein ist, wie überall im Unternehmen, unser Anspruch“, betont Bernd. Zuverlässigkeit sei schließlich für Rekular eine tragende Säule des Geschäftserfolgs.

Doch es wird schwieriger, dem Qualitätsanspruch jederzeit gerecht zu werden. Denn die Logistiker, auf die Mittelständler Rekular angewiesen ist, stehen enorm unter Druck. Steigende Maut- und Kraftstoffkosten sowie die schwächelnde Konjunktur machen dem Speditionsgewerbe zu schaffen. Deutlich mehr Insolvenzen und eine Verknappung logistischer Verfügbarkeit im Markt sind die Folge.

Reibungsverluste durch Personalnot

Auch der Fahrermangel erschwert zunehmend eine reibungslose Zusammenarbeit. Transportdienstleister zu finden, die kurzfristig Aufträge übernehmen können, werde da schon mal zur Herausforderung, sagt Logistikleiter Bernd, zumal die Kraftfahrer für die sensible Fracht Kühlschränke speziell geschult sein müssen.

An den Wertstoffhöfen seien die personellen Engpässe ebenfalls zu spüren. Damit keine Gefahrstoffe entweichen, dürfen die Kühlgeräte in den Sammelcontainern nicht mechanisch verdichtet werden. Weil aber die angelernten Kräfte an den Übergabestellen heutzutage häufig wechseln, wiederholen sich dort regelmäßig Fehler beim Stapeln.

Für Rekular bedeutet das zusätzlichen Aufwand. „Wenn wir beschädigte Kühlschränke reinbekommen, dokumentieren wir das per Foto – und versuchen so, die Höfe immer wieder aufs Neue für die Problematik zu sensibilisieren“, beschreibt Bernd die Kleinarbeit, die nötig ist, um das Sicherheitsniveau über die gesamte Entsorgungskette aufrechtzuerhalten. „Wir müssen da schon sehr hinterher sein.“

Vertrauen als Konstante

Auch wenn die Herausforderungen auf Transportseite in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen sind: Der Leitungsjob bei Rekular bringt Bernd nach wie vor Spaß. Tauchen Schwierigkeiten auf, spornt ihn das eher an. Seine Arbeitsphilosophie: „Probleme gibt es jeden Tag. Entscheidend ist, dass wir sie im Team anpacken und lösen.“

Kommunikation ist der Schlüssel dazu. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, der nach beruflichen Stationen im Autoteile- und Seefrachtgeschäft in der Entsorgungsbranche andockte, unterhält einen guten Draht zu seinen Kooperationspartnern. „Man kennt sich und vertraut sich.“ Vieles in der Logistik werde längst volldigital abgewickelt, doch der menschliche Faktor spiele im Netzwerk weiterhin eine entscheidende Rolle. Die meisten Hürden im operativen Alltag ließen sich dank gewachsener Beziehungen schnell aus dem Weg räumen.

Fairplay im geschäftlichen Miteinander

Dass auch über Konditionen verhandelt werden muss, bleibt nicht aus. Steigende Energiekosten, das hohe Lohnniveau am Standort Deutschland, aber auch Regulierungsauflagen treiben die Transportpreise weiter in die Höhe. Tatsache ist: Die Logistik stellt inzwischen einen beträchtlichen Kostenblock im Kühlgeräterecycling dar.

Wie geht Rekular mit dieser Entwicklung um? Bernd setzt in seiner typisch norddeutschen Art auf das offene Wort und ein pragmatisches Miteinander. „Ziel ist immer eine für beide Seiten faire Lösung.“ Damit ist er bislang gut gefahren und will es auch in Zukunft so halten.